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Wien, Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), Cod. 1052
BERNARDUS CLARAEVALLENSIS. HUGO DE SANCTO CARO
Olim: Theol. 390    Pergament   I, 47 Bl.   240/245×160   Trier (?), 3. Viertel 15. Jh. (oder 2. Viertel)   
Provenienz/Letztbesitzer: Sambucus, Johannes
Literatur zur Handschrift (Anzahl: 7)

Ausstattung: Illuminiert   Rubriziert   Einfacher Dekor   
Rubrizierung, einschließlich Lombarden, z. T. mit Aussparungen. (1r, 12v, 23v, 28r, 31r, 33va, 33vb) zu den Textanfängen fünf bis neunzeilige Lombarden mit sorgfältigen Aussparungen: feine, S-förmig geschwungene Stiele mit großen runden Knospen; Blätter mit gebogtem oder gebuchtetem Rand; glattrandige Profilblätter; drei- oder vierteilige, spitzblättrige Rosetten, u. a. mit kreuzschraffiertem Zentrum; Sternblüten; einzelne Punkte. (33vb) außerdem Besatzmotiv aus drei halbrunden bzw. tropfenförmigen Blattlappen mit angedeuteten Vertiefungen entlang der Blattränder; davon nach oben und unten je drei Federranken symmetrisch abstehend, die mittlere jeweils mit einer Dreipunktblüte als Endmotiv. – Aussparungen des beschriebenen Typs begegnen z. B. in den niederländischen Codices Wien, ÖNB, Cod. Ser. n. 12791, Cod. Ser. n. 12776, Cod. 13537 oder Cod. 13654 (alle vier Handschriften sind in der Kartause Roermond im Zeitraum 2.-3. Viertel des 15. Jahrhunderts entstanden, s. Pächt/Jenni 1975, 23 f., 38 f., 96-98); vgl. mit Cod. 1052 ebd., Abb. 65, 67, 71, 278 und 284). Ähnlich des Weiteren Wien, ÖNB, Cod. 13693 (1442 in Apelteren, vielleicht Appeltern in der Provinz Gelderland, geschrieben), vgl. insbesondere 275v, 297v. Der zugehörige, 1449 von demselben Schreiber am selben Ort geschriebene Teil IV des Repertoriums, Cod. 13694, enthält einen Roermonder Besitzvermerk.

Einband: Wien     1752     Barock     Golddruck   Supralibros   Schmucklos        
Van-Swieten-Einband: In Golddruck das Supralibros der Hofbibliothek sowie die Lettern E.A.B.C.V. (Ex Augustissima Bibliotheca Caesarea Vindobonensi) und die Initialen G.L.B.V.S. (Gerardus Liber Baro Van Swieten) samt der Jahreszahl.


Vorbesitzer 1: Trier, Reichsabtei St. Maximin OSB , N 16
(Ir) doppelt eingetragen der Besitzvermerk Codex monasterii sancti Maximini (15. h.). Im oberen Eintrag der Name Maximini über Rasur, im unteren die Worte monasterii und Maximini offenbar nachgezogen. Es hat den Anschein, als seien die getilgten Teile der Vermerke nachträglich wiederhergestellt worden. So verweist auf Trier auch das Inhaltsverzeichnis auf demselben Blatt (15. Jh.), das an letzter Stelle die (in Cod. 1052 nicht enthaltene) Vita des Kuno I. von Pfullingen, Erzbischof von Trier (Vitam et passionem sancti Conrardi [!] archiepiscopi Treverorum), nennt. Aufgrund dieses Inhaltsverzeichnisses, in dem insgesamt 11 Werke aufgeführt sind (davon Text 5, De fuga pueri..., von anderer Hand ergänzt), konnten auch zwei ursprünglich mit Cod. 1052 zusammengebundene, ältere Teile identifziert werden: Wien, ÖNB, Cod. 541, der ebenjene Vita des Erzbischofs Kuno enthält (Text 11 der Inhaltsangabe), sowie Cod. 490 (Texte 7 bis 9: Viten der hl. Guibertus Gemlacensis [Wibert, Abt von Gembloux], Maclovius [Malo] und Germanus Parisiensis). In Cod. 490 doppelter mittelalterlicher Besitzvermerk Liber sancti Maximi, der Name in beiden Einträgen getilgt, jedoch noch erkennbar. Anders als in Cod. 1052 hier nicht nachgezogen. In Cod. 541 Hinweis auf die Provenienz Trier, St. Maximin von der Hand des Peter Lambeck (?). – Der im Inhaltsverzeichnis des Cod. 1052 an 10. Stelle angegebene Text (Vita sancti Bonifacii...) nicht erhalten/identifziert.
Vorbesitzer 2: Sambucus, Johannes , bis 1578
Auf Johannes Sambucus weist die Signatur 483. auf 47v rechts unten hin (Menhardt, Blotius, 22). Zu Sambucus und dem Erwerb seiner Bücher für die Hofbibliothek zusammenfassend auch Stummvoll 1968, 73, 116–119.
Vorbesitzer 3: Wien, Hofbibliothek, 1578, 483
Weitere Signatureinträge Ir: N. 483 und No. 483 (Tengnagel-Signatur).
Katharina Hranitzky (Forschungsstand 2015, MeSch VI, Kurzbeschreibung; Redaktion 2021, mit Ergänzungen)
"Pächt/Jenni 1975", "Menhardt, Blotius", "Stummvoll 1968", "MeSch VI", "Hendrix 1981"
alle Initien
(Ir) Inhaltsverzeichnis. Zu Cod. 1052 sowie Cod. 490 und Cod. 541.
(Iv) Leer.
(1r-12v) Bernardus Claravallensis Apologia.
(12v-23v) Bernardus Claravallensis De conscientia.
(23v-28r) Bernardus Claravallensis De apertione cordis (nach Hendrix 1981 Hugo de Sancto Caro OP zuzuschreiben).
(28r-31r) Bernardus Claravallensis De confessione.
(31r-33v) Bernardus Claravallensis De fuga pueri.
(33v-46r) Bernardus Claravallensis Epistola 42: Ad Henricum Senonensem archiepiscopum. Auch: De moribus et officio episcoporum.
(46v-47v) Leer.