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Wien, Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), Cod. 3467
NIGELLUS DE LONGO CAMPO. NICOLAUS DE BIBERA
Olim: Univ. 512    Papier   106 Bl.   215/220×145   Salzburg (?), um 1415/1420
Provenienz/Letztbesitzer: Wien, Universitätsbibliothek
Literatur zur Handschrift (Anzahl: 7)

Lagen: 8.VI95 + (III+4)105. Zählung fehlerhaft: auf Bl. 60 folgt Bl. 60*. Bl. 96-98 und 105 Einzelblätter. Kustoden, ausgeschrieben (12v: primus sexternus, 24v: secundus sexternus etc., 95v: octavus sexternus). – Wasserzeichen: Einhorn, ganze Figur (2 Varianten), Typus Piccard, Fabeltiere, Abt. III, Nr. 1669-1697; Variante B (WZMA, AT8500-4597_275) z. B. auch in Wien, ÖNB, Cod. 4597, datiert 1418; ein Dreiberg-Wasserzeichen (72-83) ist durch Falzlage nicht beurteilbar.
Schrift:
(1r-105v) Schriftraum: 120/140 × 70/75    Spaltenzahl: 1    Zeilenzahl: 23-27   
Schriftart: Bastarda – Marginalien
Bastarda mit Schleifen, der Duktus zuerst formalisiert, dann zunehmend kursiver, dennoch vermutlich nur ein Schreiber. Von diesem auch die (meisten) Randglossen.
Ausstattung: Illuminiert   Rubriziert   Fleuronnéeinitiale(n)   
Rote Überschriften und Explicitvermerk (bei Text 1), rot gestrichelte Satz- bzw. Versanfänge; bei den abgesetzten Versen z. T. durchgehende rote Linie. Kurze rote Wellenlinien als Zeilenfüller (3v-22v, 23v-24v). Bei Text 2 zweizeilige, ab 63v einzeilige, rote Lombarden; 56v (Textbeginn), blau. – In Text 1, zum Prosaprolog (1r) und zu Beginn des metrischen Texts (3r) zwei Fleuronnéelombarden von wenig sorgfältiger Hand. (1r) sechszeilig, rote Lombarde, braunes Fleuronnée; im Binnenfeld geschwungener Knospenast mit mehreren Seitenarmen, die Zwischenräume farbig gefüllt; als Besatz knospengefüllte Zwickeldreiecke bzw. kleinen Medaillons mit Trifolien; geschwungene Fadenfortsätze, an einer Stelle mit zwei Querstricheln. (3r) dreizeilig, blaue Lombarde, rotes Fleuronnée; Knospenreihen in den Binnenfeldern, Perlenbesatz, Eckspiralen; keine Fadenfortsätze. Fleuronnée von derselben Hand in Wien, ÖNB, Cod. 5386 (Salzburg, 1419), 1r.


Einband: Wien (Hofbibliothek)     19. bis 20. Jh.     Neuzeitlicher Gebrauchseinband     Halbband        
Schwarzbraunes Marmorpapier über Pappdeckeln, Ecken und Rücken mit weißem Leder/Pergament überzogen. Auf dem Rücken weinrotes Schild mit Titel in Golddruck.


Vorbesitzer: Wien, Universitätsbibliothek, bis 1756
Martin Roland (Forschungsstand 2016, MeSch VI; Redaktion Katharina Hranitzky 2022)
"Piccard", "WZMA", "Mundhenk 1997", "Mozley–Raymo 1960", "MBKÖ I", "MBKÖ II", "MeSch VI", "Walther, Initia", "Arlima"
alle Initien
(1r-3r) Prolog in Prosa zu Nigellus de Longo Campo.
(3r-56r) Nigellus de Longo Campo Speculum stultorum / Brunellus (ed. Mozley–Raymo 1960, 31-117, mit dieser Handschrift, hier Sigle u; Walther, Initia, Nr. 18944; siehe auch Arlima, zu Nigel of Canterbury, Abschn. 4, mit dieser Handschrit, hier Sigle V3). Endet mit Vers 2602.
(56v-105v) Nicolaus de BiberaOccultus Erfordensis (ed. Mundhenk 1997; Walther, Initia, Nr. 2493; jeweils mit dieser Handschrift). Ohne Accessus, mit Randglossen.