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Innsbruck, Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULBT), Cod. 870
KOPIALBUCH: URKUNDEN ZUR VERFASSUNGSGESCHICHTE TIROLS. TIROLER LANDLIBELL (deutsch)
Olim: II 46 A    Papier   I, 110, I* Bl.   340×210   Brixen (?), 18. Jh.
Provenienz/Letztbesitzer: Brixen, Kollegiatstift im Kreuzgang
Handschrift aus 2 Teilen zusammengesetzt: 1  (I, 1-96); 2  (97-110, I*)
Die folgenden Daten sind Auszüge aus dem gedruckten Katalog der Handschriften der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol in Innsbruck. Diese Daten, insbesondere die Bibliographie, werden in manuscripta.at laufend korrigiert und ergänzt. Addenda und Corrigenda zum gedruckten Register finden Sie hier.

Wissenschaftliche Beschreibung: Kat. Innsbruck 9, 176-179 (online).

Teil 1I, 1-96   Papier   
Schrift:
Schriftraum: 230/250 × 150    Zeilenzahl: 20   
Schriftart: Antiquakursive
Teil 297-110, I*   Papier   
Schrift:
Schriftraum: 240/250 × 150/160    Zeilenzahl: 34   
Schriftart: Kurrentschrift

Einband: Brixen (?)     18. Jh.     Neuzeitlicher Gebrauchseinband     Schmucklos        


Bl. Ir Besitzvermerk Faber, wohl der Brixner Jurist, Kapitelnotar und Kanonikus im Kreuzgang zu Brixen Jakob Karl Faber, s. Cod. 806. Weitere Handschriften aus dem Besitz Fabers Innsbruck, ULBT, Cod. 806, 830, 861, 862, 863, 865, 873, 908. Entstanden wohl in Brixen (s. die Fassung des Tiroler Landlibells von 1511). Wohl anlässlich der 1808 durch die bayerische Verwaltung erfolgten Aufhebung des Kapitels (s. Sinnacher IV 118) in die ULBT gelangt.
Walter Neuhauser, Helmut Gritsch

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"Kat. Innsbruck 9"
alle Initien
(1r-96v) Kopialbuch: Abschrift von 26 Urkunden zur Geschichte Tirols für die Zeit von 1323 bis 1439 (Originalurkunden großteils ediert bei R. Schober, Die Urkunden des Landschaftlichen Archivs zu Innsbruck [1342–1600] (Tiroler Geschichtsquellen 29). Innsbruck 1990. Die Abschriften in Cod. 870 vom Original [s. Edition] textlich übereinstimmend, in der Graphie abweichend. Die meisten Urkunden abgedruckt bei J. A. Brandis, Die Geschichte der Landeshauptleute von Tirol. Innsbruck 1850 [Nr. 1, 6–18, 20–27]). Durchgezählt von Nr. 1 bis 27, Nr. 19 fehlt, Nr. 10 und 11 steht zwischen Nr. 5 und 6 (kein Bindefehler). Schluss von Nr. 27 fehlt. Nr. 1–5 (vor 1342), 10 und 11 (nur lokale Belange betreffend), 12–14 (nicht in Tirol ausgestellt), 22 und 23 (inhaltlich zu Nr. 21 und 24 = Schober Nr. 10 und 11 gehörend) und 25 (nicht in Tirol ausgestellt) bei Schober bzw. im TLA nicht enthalten.
   26
1r Tit.: No. 1. Pundts Brieff darinnen sich die vier Stände in Landt zu Handthabung Ihrer Freyheit zusamben verpundt haben. 1323.
4v Tit.: No. 2. Vmb die Lechenschaften der Grafschaft zu Tyrol mit allen Zugehörenden.
7r Tit.: No. 3. Von der Lechenschaften des Herzogthums zu Khärnten vnd der Grafschaft Tyrol. 1335.
10v Tit.: No. 4. Dass mann die Strassen führen soll über den Arle. 1335.
12r Tit.: No. 5. Zur Püntnus zwischen Herzog Stephan von Bayrn Marggraf Ludwig von Brandenburg Herzog Ludwig vnd Herzog Wilhelmb vnd Herzog Albrecht vnd Herzog Otto von Österreich 1335.
14v Tit.: Nr. 10. Daß der Marggraf vnd die Marggräfin vollen gwalth gebendt Herzog Albrechten von Österreich die Vesten Rodenegg Ehrnberg vnd dem Stain auf dem Ritten von Herzog Friederich von Deckh zu lehen 1354.
16r Tit.: Nr. 11. Von der Losung der Vesten Ehrnberg, des Stains an dem Ritten vnd Rodenegg.
19v Tit.: No. 6. Erstlichen Kayser Ludwiges gethanne Bestätung der Brief so sein Sohn Marggraf Ludwig der Grafschaft Tyrol geben hat.
20v Tit.: No. 7. Marggraf Ludwig Begabung vnd Bestätung aller alten Freyheiten der Grafschaft Tyrol 1342.
22v Tit.: No. 8. Kayser Ludwig gethanne Begnadung vnd Bestättung Eckhardten von Vilanders und aller Gemainschaft in Tyrol, aller ihrer alten Recht, Ernbrieff und Vrkhundten, mit Verzeichnung was ain Landtschaft vnd Ihr Mayetätt gehandlt 1343.
25r Tit.: No. 9. Marggraf Ludwigen fürgenomne Landtordnung. 1352.
35r Tit.: No. 12. Kayser Carls des Vierten sambt seinen Söhnen Marggraf zu Brandenburg vnd Marggrafen zu Marchern Verständtung mit dem Haus Österreich, welcher Theil den Leibs Erben abgehet einander zu erben. 1364.
43r Tit.: No. 13. Vertrag zwischen dem Herzog von Bayrn vnd dem Haus Österreich von wegen der Grafschaft Tyrol. 1369.
49v Tit.: No. 14. Stephan, Albrecht Gebrüder vnd Stephan Friderich, vnd Johannes auch Gebrüder Pfalzgrafen beim Rhein, vnd Herzogen zu Bayrn fürzicht so Sy gegen dem Hauß Österreich gethan, der Ansprach, so Sy zu disem Landt gehabt. 1369.
55r Tit.: No. 15. Herzog Albrechtes von Österreich Bewilligung fürt khainen Oster Wein in das Landt gehen zu lassen, an die Stadt Bozen geschriben. 1370.
56r Tit.: No. 16. Herzog Leopoldts auf der Bürger zu Bozen fürbrachte Beschwärung gethannes Verschaffen, das khain Welscherwein in das Landt gefüehrt werden soll. 1372.
57r Tit.: No. 17. Herzog Leopoldts gethane Bestättung der Ordnung, so etliche von Adl vnd von der Bürgerschaft zu Bozen der Wein halben fürgenommen haben. 1397.
58r Tit.: No. 18. Herzogen Leopoldts fürgenombne Ordnung von wegen der Pauleithen Grundtgüetern vnd anders. 1404.
68v Tit.: No. 20. Herzog Leopoldts vnd Herzog Friderichs Gebrüeder in Österreich gethanner Bestättung der alten Freyheiten, vnd Bewilligung, das khainer in Landt die Lechen ausser Landtes zu empfachen schuldig sein soll, vnd andre Begnadung vnd Freiheiten. 1406.
73r Tit.: No. 21. Erzherzog Ernsts Bestättung aller von alters her gebrauchten Freyheiten. 1415.
75v Tit.: No. 22. Vertrag zwischen dem Herzog Ernst und Friderichen von Österreich vnd dem Bischof von Brixen, auch dem Grafen von Görz. 1416.
80r Tit.: No. 23. Thaill Brief zwischen Herzog Ernst vnd Herzog Friderich von Österreich ihrer Landt vnd Leut halben. 1416.
87r Tit.: No. 24. Herzog Friderichen von Österreich Bestattung aller Freyheiten. 1417.
88v Tit.: No. 25. Herzog Friderich von Österreich Verschreibung gegen Herzog Albrecht vmb 36000 Ungarisch Dukhaten, darumb ihnen etlich Stett vnd Herrschaften auch Zöll in Tyroll eingesezt. 1418.
94r Tit.: No. 26. Herzog Albrechts von Österreich gethanne Bestättung aller hergebrachten Freyheiten. 1419.
95v Tit.: No. 27. Herzog Friderichs des Eltern gegebne Vrkhundt, das ain Landtschaft nit gezwungen seye Ihre Steur zu geben, allain was Sy aus guten willen gethan. 1439.
(97r-110v) Tiroler Landlibell von 1511. Abschrift aus dem 18. Jh. (Ed.: Schober Nr. 32 [erste Volledition der Standardfassung seit 1850]. Druck: Brandis 412–422. Zuletzt: M. P. Schennach, Das Tiroler Landlibell von 1511 [Schlern-Schriften 356]. Innsbruck 2011, 147–156). Ausfertigung durch die Bischöfe Georg von Trient (Georg von Neideck, 1505–1514) und Christoph von Brixen (Christoph von Schrofenstein, 1509–1521), Beginn daher von der Ed. abweichend, ansonsten übereinstimmend. Cod. 870 in der Literatur zum Landlibell nicht bekannt. Original dieser Fassung laut frdl. Mitt. Martin Schennach (Universität Innsbruck) in Wien 1927 verbrannt, Zweitschrift in Brixen, Diözesanarchiv, Hofakten Nr. 28670; in Innsbruck, TLA Abschrift in einem Kopialbuch. Parallelüberlieferung dieser Fassung in ULBT, Cod. 807, Bl. 55r–78r. Zur Überlieferung des Landlibells in Trient s. F. Cagoll u. a., Il Landlibell del 1511 negli archivi trentini (Rerum Tridentinarum fontes 7). Trient 2011.
(98r-110r) Text.
   1
98r Wir Georg von Gottes gnaden Bischov zu Triendt, wir Cristoph von denselben gnaden Gottes Bischov zu Brixen, vnd wir die von Stendten Prelaten, adl Stenden vnd Gerichten des Landts der Fürstlichen Grafschaft Tirol bekhennen für vnnss, all vnsern Erben vnd Nachkhomben offentlich vnd thuen khundt aller Menigelich mit disem Brief, alß der Allerdurchleichtugist Großmechtigist Fürst vnd Herr Maximilian von Gottes Gnaden romischer Keisser zu allen Zeiten Mehrer des Reichs in Germanien, Dalmatien … Graf zu Tirol, zu Görz vnnser gnedigister Herr als regierenter Herr vnd Landtsfürst obbemelter Grafschaft Tirol in Eingang seiner Kayserlichen Mayestät vnd Regierung Bemelts Landts vnnßern allen Stenndten gnedigelich bewilligt vnd zuegesagt vnnß bey vnnsern Freyheiten, Privilegien, Gerechtigkheiten, Gebreichen gueten alten Gewohnheiten vnd Herkhomen bleiben zu lassen ... — ... vnd ohn schaden sein, ales getreilich vnd ohn geuerde des zu Wahren vrkhundt, datum den 23. Junii anno 1511 etc.