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Innsbruck, Servitenkloster (Depot in Universitäts- und Landesbibliothek Tirol), Cod. Serv. I b 9
THEOLOGISCHE SAMMELHANDSCHRIFT
Papier   VII, 112 Bl.   150×105   Schnals, 1543
Provenienz/Letztbesitzer: Schnals
 Wasserzeichen:  Metadaten  |  Vorschau Bilder  |  Einzelbilder: fol. I, 4, 59, 73, 89, 94, 110.
Literatur zur Handschrift (Anzahl: 4)


Lagen: (IV–1)VII (Vorsatzbl.) + 7.V70 + IV78 + 3.V108 + (III–2)112
Bl. I unten ein Streifen weggeschnitten. Beschriebene Pergamentfälze (13. Jh., Text nicht identifizierbar) um die erste und die letzte Lage. Erstes Bl. der ersten Lage als VDS, Gegenbl. des ausgeschnittenen ersten Blattes der letzten Lage als HDS. Bl. 41–44 am unteren Rand der Versoseiten teilweise weggeschnittene Zählung innerhalb der Lage, außerdem beschnittener Reklamant auf Blatt 99v.
Wasserzeichenbefund: Papier des VDS, HDS, sowie der Vor- und Nachsatzblätter erstes Drittel 16. Jh., Bilder und Nachweise der Wasserzeichen siehe WZMA.
Schrift:
Schriftraum: 95/100 × 65    Zeilenzahl: 17   
Schriftart: Textualis
Von Blind- bzw. feinen Bleistiftlinien gerahmt, ohne Linierung. Stark vereinzelt spätere Notizen am Rand. Bl. Ir Schriftproben in Textualis formata.
Ausstattung: Rubriziert   
NS109-112, HDS   Papier   1. Drittel 16. Jh.
VSVDS, I-VII   Papier   1. Drittel 16. Jh.

Einband: Süddeutscher Raum     1. Drittel 16. Jh.     Gotisch     Streicheisenlinien   Blindstempel        
Braunes Leder über Holz mit Blindprägung. VD: Äußerer Rahmen von zwei Streicheisenlinien begrenzt, anschließend Laubstab mit umrandeter Bordüre. Um das Innenfeld ein Rahmen aus zweifachen Streicheisenlinien innen und außen, in den Ecken diagonal. Darin offene Rosettenstempel, fünfblättrig. Im Innenfeld Rautengerank, darin eine Stempelblume. Rechts eine Kurzschließe aus Leder und Metall, mit vegetabilem Dekor graviert. HD: Äußerer Rahmen von zwei Streicheisenlinien begrenzt, in den Ecken Diagonalen zum inneren Rahmen geführt. Im Rahmen Blumen mit zwei runden und einem spitzen Blütenblatt und gebogenen Stielen. Innerer Rahmen aus zwei Streicheisenlinien, in den Ecken kleine, fünfblättrige Rosettenstempel (siehe VD). Im Mittelfeld fünf Reihen zu je drei rund umrandeten Rosetten (sechsblättrig, Blätter breit, gebuchtet), dazwischen je zwei kleine Rosetten. Keiner der Stempel bei Kyriß und Schwenke nachweisbar. Rücken: drei Doppelbünde, Feld 1 und 4 mit Blindstempeln (Laubstab mit umrandeter Bordüre, 3 kleine Rosetten, fünfblättrig), Feld 2 und 3 mit Blindstempeln (2 rund umrandete Rosetten, sechsblättrig, 2 kleine Rosetten, fünfblättrig), oben blau umrahmtes Signaturschildchen mit der Aufschrift Mss. I b 9, unten in weißer Deckfarbe die Schnalser Signatur E 149. Am oberen Schnitt in schwarzer Tinte INRI. Kapitale mit naturfarbenem, grünem und dunkelblauem Garn umstochen. Spiegel: Papier. Am VDS oben Signatur 149 und Abklatsch des Alphabets von Bl. Ir sowie Vermerke (siehe bei Geschichte), HDS leer. Neuzeitliches Klebeetikett mit Aufschrift Mst I b 9 lose beiliegend.


Am VDS Besitzvermerk in schwarzer Tinte: Carthusiae Montis omnium Angelorum in Schnals. 1543. Manu propria non aliena. Bl. 1r oberhalb des Schriftspiegels in Tinte Snals. Unten am Rücken weiße Schnalser Signatur E 149. Im Schnalser Übergabekatalog Cod. 915 ULBT unter Signatur E 149 eingetragen als „Tract. moral. de confessione, item ex horologio sapientiae qualiter Christus in Euch. sit recipiendus. Ms. chart. 8“. Nach der Aufhebung der Kartause Schnals 1784 auf unbekanntem Weg in die Bibliothek des Innsbrucker Servitenklosters gelangt. Bl. 1r unten Besitzvermerk (19. Jh.) ad Conv. D. Joseph. Oenipont. A. A. 19. Am VDS unten Vermerk von Gregor M. Zinkl (1912) in Bleistift 7/4f 108 P. Gregor 1.VII.12.
Wasserzeichenbefund: Maria Stieglecker, Februar 2018; Eingabe HS 01.26
"GW ", "Schönberger−Kible", "Bloomfield ", "Kaeppeli "
alle Initien
(I1) Schriftproben: Buchstaben von A bis st. Darunter in schwarzer Tinte: Collectanea.
(Iv-VIIv) Leer.
(1r-24v) Tractatus de poenitentia.
   1
1r [P]oenitentiam agite appropinquabit enim regnum caelorum. Iohannes Baptista cuius haec sunt verba praedicationem suam a poenitentia incepit, Math. 3 [2]. Et quod praeco docuit, illud postmodum veritas itidem praedicavit, exordium sumens sermonis a poenitentia, eadem verba replicans, Math. 4. Per hoc nobis insinuatur, quod vera poenitentia, est via qua homo redit ad vitam ... — ... Restat igitur quod nihil melius et salubrius quam cito paenitere, declinare a malo et facere bonum.
(24v-77v) Angelus Carletus de ClavasioSumma angelica de casibus conscientiae (Druck: GW 1923–1946. – Schönberger−Kible2 A2950–30). Exzerpte.
   1
24v Tit.: Ordo interrogandi in confessione secundum summam angelicam talis est.
Primo circa decem praecepta, circa primum praeceptum quod est non habebis deos alienos [Exod. 20,3]. In quo prohibentur nobis tria. Primo omnes prophanae pactiones daemonum ... — ... pacificus cum omnibus quantum in nobis est perpessio voluntaria persecutorum et maledictorum.
(78r-78v) Leer.
(79r-108r) Henricus Suso Horologium sapientiae (Ed.: P. Künzle [Hg.], Heinrich Seuses Horologium sapientiae. Erste kritische Ausgabe [Spicilegium Friburgense 23]. Freiburg 1977, 548–572. – Bloomfield Nr. 5416. Kaeppeli Nr. 1852. Schönberger−Kible2 H1690–40). Liber II Cap. 4.
   2
79r Tit.: Ex horologio aeternae sapientiae qualiter Christus in sacramento eucharistiae sit devote recipiendus.
108r Schlussschrift mit roter Tinte unkenntlich gemacht
(108v-112v) Leer.