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Fiecht-St. Georgenberg, Benediktinerstift, Hs. 148 (Ms. 146)
RAIMUNDUS LULLUS
Papier   148 Bl.   315 × 205   Italien, 15. Jh.
Literatur zur Handschrift (Anzahl: 5)

Lagen: VI12 + (VI–3)21 + V31 + VI43 + 2.V63 + VI75 + V85 + 4.VI133 + (VI–1)144 + (VI–8)148 + (VI–12) + (V–10)
Bl. 1–7 durch Fraß- oder Reißspuren stark beschädigt, Großteil der Seite fehlt, Textverlust. Bl. 8–12 am Rand leicht beschädigt: Schaden aufgrund des beeinträchtigten Besitzvermerks auf Bl. 2r nach 1659 erfolgt, vor dem Zeitpunkt des Signaturvermerks in schwarzer Tinte III, 146, zumal dieser auf Bl. 8r am unteren Rand eingetragen ist. Gegenblätter fehlen zu Bl. 18–20 und zu Bl. 134 (ohne Textverlust). Gegenblätter zu Bl. 145–148 sowie folgende 2 Doppelblätter im Inneren der Lage fehlen (ohne Textverlust), Bl. 148 rechter Rand beschnitten (ohne Textverlust, da leer). Danach eine weitere Sexternio und eine Quinternio herausgeschnitten, Fälze noch vorhanden. Spuren von Insektenfraß. Pergamentfälze aus einer in Textualis beschriebenen und mit roten Initialmajuskeln ausgestalteten Handschrift (Psalmen, vgl. Inhalt) zur Verstärkung der Lagenmitten sowie am VDS und HDS (nur Falz sichtbar). Reklamanten. Durchgehende Bleistiftfoliierung am oberen Rand, 21. Jh. (Bl. 50, 100 und 148 weisen eine ältere Bleistiftfoliierung auf).
Schrift: 2 verschiedene Schriften/Schreiber
Schrift 1(1r-142r) Schriftraum: 210/230 × 145    Spaltenzahl: 2    Zeilenzahl: 43/45   
Schriftart: Humanistica – Marginalien
Teilweise auf Tintenliniierung (nicht durchgehend ausgeführt und teilweise nur schwach erkennbar). Marginalien, meist von gleicher Hand (Korrektur ausgelassener Wörter).
Schrift 2(143r-147v) Schriftraum: 220/230 × 140    Spaltenzahl: 2    Zeilenzahl: 46/47   
Schriftart: Humanistica cursiva
Von Tintenlinien gerahmt.
Ausstattung: Illuminiert   Rubriziert   Federzeichnung(en)   

Hs. enthält 1 Fragment
Frg.VDS, HDS, Fälze in Lagenmitten      14. Jh. (?)
Auszüge aus Psalm 30 und 31
Schrift:
Schriftart: Textualis
Ausstattung: Rubriziert   

Einband: Gotisch     Schmucklos        
Rot gefärbtes Leder über Holz, besonders am VD stark verblasst. Starke Gebrauchsspuren, Risse und gelöstes oder weggebrochenes Leder vor allem am VD, an den Stehkanten und am Rücken. VD und HD in den vier Ecken Spuren kreisrunder Metallbeschläge und eines kreisrunden Mittelbeschlags. Reste eines Einhakverschlusses, von hinten nach vorne geführt, am VD und HD erhalten: Fensterlager mit eingearbeitetem stilisiertem Akanthusmotiv am VD, Gegenblech, ebenfalls mit Akanthusmotiv und Resten eines Metall-Scharniers am HD. Am VD Titelschildchen, Papier Ars generalis Raymundi. Rücken: 4 Doppelbünde, Leder oft weggebrochen und darunter liegender Leinenstoff sowie Holz und Papierlagen sichtbar. Im dritten Feld Signaturenschildchen (siehe Geschichte). VDS Papier mit Signaturenvermerk (siehe Geschichte) und Inhaltsangabe, darunter Fragment. HDS Papier leer, aber deutlich erkennbares Wasserzeichen (Ochsenkopf mit Blüte), darunter Fragment. Pergamentstreifen (Textura) zur Verbindung mit dem Buchblock.


Raimundus Lullus-Werke in 4 Handschriften in St. Georgenberg-Fiecht vorhanden, deren Provenienz aktuell nicht eindeutig geklärt ist; neben Hs. 148 noch Hs. 41 und 27 (für die eine Erwerbung unter Kaspar Augsburger als wahrscheinlich angenommen wird) und Hs. 159. Bezüge zum und eine mögliche Herkunft aus dem italienischen Raum werden aufgrund der Texttradition vermutet (vgl. Bidese/Fidora/Renner 2005, S. 291–292, der einen Zusammenhang mit Trento, Biblioteca Comunale, Ms. 116 sieht, außerdem Praha, Archiv Pražského hradu (olim: Knihovna Metropolitní Kapituli), L 31 (Codex aus Padua stammend) und Innichen, Kollegiatstift, Cod. VIII c 8).
Besitzhinweise und Signaturen: Bl. 1r Besitzvermerk 17. Jh. in schwarzer Tinte Montis S. Georgii 1652, gleicher Eintrag von gleicher Hand auf Bl. 147v. Bl. 2r Besitzvermerk 17. Jh. Ad Bibliothecam Monasterii Montis S. Georgii 16[59], durch Papierschaden nur mehr teilweise lesbar. Bl. 8r Signatur 19. Jh. III, 146. Am Rücken Signaturschildchen 19. Jh. 146. VDS Signaturvermerk in blauer Tinte 20. Jh. Hs Stift Fiecht 146. VDS Klassifikationsvermerk 20. Jh. DK 251.2: 091 / HS 148.
Kataloge: Im Katalog Benedikt Herschl (um 1650, St. Georgenberg-Fiecht, Bibl., o. Sign.) eingetragen auf S. 58 als Eiusdem (Raymundi Lulli) Ars Generalis MS.in fol.m.. Im Inventar von Bachmann 1939, 93 unter den Schriften theologisch-, philosophisch-, und religiösen Inhalts als Ars generalis Raymundi, Signatur MS 146 B IV 3 eingetragen. Im Handschriftenkatalog von Santer/Kramer 1978, 95 verzeichnet. Im Katalog Jeffery/Yates 1985, 222–223, beschrieben unter der HMML-Projektnummer 28,784, Mikroverfilmung 1973.
"Bidese/Fidora/Renner 2005", "Inventar von Bachmann", "Handschriftenkatalog von Santer/Kramer", "Jeffery/Yates 1985", "Glorieux RT ", "Diaz y Diaz", "Glorieux RT"
alle Initien
(1ra-142rb) Raimundus Lullus Ars generalis ultima (Ed. A. Madre, ROL XIV / CCCM 75 – Glorieux RT 335 bk – Diaz y Diaz 1833. - Vgl. Trento, Biblioteca Comunale, Ms. 116.).
(143ra-145vb) Raimundus Lullus Liber facilis scientiae (Ed. H. Harada, ROL VII / CCCM 32 – Glorieux RT 335 fj – Diaz y Diaz 1883. - Vgl. Praha, Archiv Pražského hradu (olim: Knihovna Metropolitní Kapituli), L 31.).
(145vb-147vb) Raimundus Lullus Quaestiones factae supra librum facilis (Ed. H. Harada, ROL VII / CCCM 32 – Glorieux RT 335 fk – Diaz y Diaz 1882. - Vgl. Praha, Archiv Pražského hradu (olim: Knihovna Metropolitní Kapituli), L 31; San Candido (Innichen), Biblioteca della Collegiata (Stiftsbibliothek), VIII.C.8.).
(148r-148v) Leer.
(HDS, Falz) Auszüge aus Ps. 30 und Ps. 31, Fragment. Weitere Teile des Fragments in den Lagenmitten eingebunden.
  I n i t i e n
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