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Fiecht-St. Georgenberg, Benediktinerstift, Hs. 150 (Ms. 149)
KALENDAR. MEDIZINISCHE SAMMELHANDSCHRIFT
Papier   205 Bl.   310 × 225   St. Georgenberg, 1418-1432
Literatur zur Handschrift (Anzahl: 7)

Lagen: (IX–1)17 + 9.VI123(125) + IV131(133) + 4.VI180(181) + (VI–1)191(192) + (VII–5)200(201) + II204(205)
Papier an den Blatträndern fleckig, v.a. im vorderen Teil des Buchblocks teilweise eingerissen und fleckig. Spuren von Insektenfraß besonders am unteren Rand im Falzbereich. Gegenblatt zu Bl. 9 fehlt (ohne Textverlust). Bl. 18 (= erstes Blatt der zweiten Lage) ursprünglich lose, im Zuge der Sicherungsmaßnahmen 2025 an Lage angebracht. Gegenblatt zu Bl. 98 (foliiert 90a) zeitweise ausgerissen, gefaltet und beigelegt, im Zuge der Sicherungsmaßnahmen 2025 wieder an Falz zwischen Bl. 89 und 90b angebracht, an den Rändern beschnitten, daher alte Zählung LXXIV nicht erhalten. Gegenblatt zu Bl. 186 fehlt (wohl ohne Textverlust, Text auf Bl. 185v abgeschlossen, Text auf Bl. 186r Textbeginn oder Kapitelbeginn, in alter römischer Foliierung allerdings Fehlstelle, auf CLXIX folgt CLXXI). Gegenblatt zu Bl. 196 sowie zwei Doppelblätter in der Lagenmitte fehlen (ohne Textverlust, vor- und nachher Leerseiten). In den Lagenmitten teilweise beschriebene Pergamentfälze (Textualis). Falz des VDS (= Pergament) zwischen Bl. 17 und 18. Am Beginn und Ende der Lagen Kustoden, oft in mehrfacher Ausführung: in arabischen Ziffern, in roter Tinte am oberen rechten Rand oder in schwarzer Tinte am unteren Rand, in Worten am oberen und unteren Rand mittig, schwarze oder rote Tinte (primus–tredecimus) bzw. in römischen Zahlen (XIIIIus–XIIIus), teilweise beschnitten. Reklamanten, auf Bl. 88v, 123v, 156v erhalten. Oben mittig nachträgliche Foliierung in Tinte in römische Zahlen beginnend auf Bl. 18 mit I bis Bl. 195 mit CLXXX, auch als Grundlage für das Inhaltsverzeichnis auf Bl. 204v verwendet. Am oberen rechten Rand Bleistiftfoliierung 20. Jh. Fehler in der Foliierung: Zwischen Bl. 54 und Bl. 55 ein unfoliiertes Blatt, auf 89 (alt LXXIII) folgen 90a (alte Foliierung weggeschnitten) und 90b (alt LXXV), 141 in der Zählung übersprungen. Bl. 14 Pergamentlesezeichen in Klammerform.
Schrift:
Schriftart: Bastarda – Marginalien
Schriftraum wechselnd: Bl. 1r–17v (Kalendarium, Tabellen): ca. 220 x 135/165, von Tintenlinien gerahmt, Zeilenzahl wechselnd, für Kalendarium und Tabellen Spalten- und Zeilenlinierung in Tinte. Bl. 18r–64v: 223/228 x 115, von Tintenlinien gerahmt, zu 34–36 Zeilen. Bl. 65r–168v und 189r–204v: 225/230 × 145. Zwei Spalten, von Tintenlinien gerahmt, zu 37–40 Zeilen. Bl. 169r–188v: 230 × 145, von Tintenlinien gerahmt, zu 35–38 Zeilen. Zirkelstiche. Kalendareinträge in Textura. Texte in Bastarda von einer Hand in zeitlichem Abstand und mit leicht unterschiedlichem Duktus. Bl. 48r und 64r datiert 1418 mit Schreibernennung Iudocus, Bl. 179r und 185v datiert 1425, mit Schreibernennung Iudocus, Bl. 76vb, 126vb, 129ra, 131ra, 163ra datiert 1432 (ohne Schreibernennung), teilweise lokalisiert St. Georgenberg: Bl. 48r Schlussschrift, rubriziert: Explicit liber Macer de virtutibus herborum per manus fratris Iudoci anno domini M° C°C°C°C° XVIII in die Barnabe appostoli etc.; Bl. 64r Schlussschrift, rubriziert: Explicit tractatulus bonus de regimine sanitatis magistri Arnoldi per manus fratris Iudoci 1418.; Bl. 179r Schlussschrift, rubriziert: Et sic est finis huius consilii, finitus per manus fratris Iudoci cenobite montis sancti Georgii valli Eni in die invencionis sancti Stephani prothomartiris 1425.; Bl. 185v Schlussschrift, rubriziert: Finitus est hoc regimen pestilencie per manum fratris Iudoci cenobite monti sancti Georii vallis Eni in die sancti Laurencii gloriosi martiris 1425. Deo gracias.; Bl. 76vb, 126vb, 129ra Schlussschrift, rubriziert: Explicit 1432.; Bl. 131ra Schlussschrift, rubriziert: Explicit 1432. Finitus est iste liber iudica in XLa per manus et non per pedes etc.; Bl. 163ra Schlussschrift, rubriziert: Anno domini M° C°C°C°C° XXXII finitus est iste liber medicinalis in die sancti Gregorii pape. Zum Schreiber Judocus Wesch vgl. Thomas Naupp, 'Udalricus de Tridento', Arzt in Innsbruck, berät den Klosterapotheker von St. Georgenberg. Ein Beitrag zur Erforschung der Klosterapotheke von St. Georgenberg und zur Medizingeschichte von Tirol im späten Mittelalter. Der Schlern 63 (1989) 420–435, hier: 420–421. Nachträge von mehreren Händen vgl. Bl. 167va–168rb, 194ra–b, 195ra–va, 203va–204vb. Marginalien teilweise von Schreiberhand, besonders umfangreich für Bl. 18r–48r und 51r–64r (= Odo Magdunensis: Macer floridus und Liber magistri Arnoldi).
Ausstattung: Rubriziert   

Hs. enthält 2 Fragmente
VDS, HDSVDS, HDS   Pergament   
Fragment eines Breviers. VDS Teil eines urspr. Doppelblatts, beschnitten, HDS zwei zusammengenähte Einzelblätter.
Schrift:
Schriftart: Karolingische Minuskel – Neumen
Erhaltener Schriftraum VDS 235 x 160, HDS 240 x 160, von Blindlinien gerahmt, zu 21 (VDS) bzw. 22 (HDS) Zeilen auf Blindlinierung. Spätkarolingische Minuskel 12. Jh. mit Neumen.
Ausstattung: Rubriziert   
FälzeFälze   Pergament   
Fragment aus einem Hortulus Animae (?). Auszug aus der Passion Christi.
Schrift:
Schriftart: Gotische Kursive
Ältere gotische Kursive, 13. Jh.

Einband: St. Georgenberg     15. Jh.     Gotisch     Schmucklos        
Rot gefärbtes Leder über Holz. Leder stark abgerieben, teilweise Holz freiliegend. Spuren von Insektenfraß. Kanten abgeschrägt und gerade. An VD und HD je fünf kreisrunde Metallbeschläge mit Hohlbuckel, am VD unten rechts fehlend (Nagel und Abdruck noch vorhanden). Zwei Leder-Metall-Schließen, am unteren Riemen Metallhaken fehlend. Am VD Titelschild Papier 15. Jh.: Papier: Macer de virtutibus herbae. Am HD Signaturschild (siehe bei Geschichte). Rücken: Drei Doppelbünde, Feld 1 Rest einer Aufschrift, nicht mehr lesbar, Feld 2 Titelaufschrift in schwarzer Tinte 18. Jh. ]do[?, Feld 3 Signaturschildchen (siehe bei Geschichte). VDS und HDS Pergament, Fragment aus einem Breviarium (mit Neumen), am VDS zusätzlich Besitz-, Signatur- und Klassifikationsvermerke (siehe bei Geschichte), am HDS Notiz.


Bl. 90av Hinweis auf Schreibvorlage(n): Item tractatum de iudicio ur[i]ne obmittam quia obscu[rum] est valde etc. Entstehung und Verwendung in St. Georgenberg durch Lokalisierungen (siehe bei Schrift) und Kalendar (siehe bei Inhalt) gesichert. Bl. 1v Notiz über eine finanzielle Transaktion mit Erwähnung Mosertal (Breitenbach am Inn?) 1459: Anno domini LVII° circa festum Martini acomodavimus a rustico ex Mosertal dictus N. ducatus … circa annos domini etc. LVIIII°. Am HDS Notiz Anwesenheitsliste von Mönchen auf St. Georgenberg: Item presentes dicte ex parte fratris Georgii. Ego. Socerus fratris. Hanns aus dem hoff …
Besitzhinweise und Signaturen: Bl. 204r gerahmte Notiz 15. Jh., Besitzvermerk vielleicht auf andere Handschrift bezogen (vgl. HMML S. 236) Libellum habet plebanus in Wump (Vomp) scriptura Gregory. Bl. 1v Besitzvermerk 17. Jh. in schwarzer Tinte Sum monasterii montis s. Georgii 1659. Am HD Signaturschild Pergament 17. Jh. (?) Q III. Bl. 2r am oberen Rand Signaturvermerk 19. Jh. in schwarzer Tinte III,149. Am Rücken im dritten Feld Signaturschildchen Papier 20. Jh. 150. VDS Besitz- und Signaturvermerk in blauer Tinte 20. Jh. Hs Stift Fiecht 149 sowie Klassifikationsvermerk in Bleistift 20. Jh. DK 615: 091 / HS 150.
Kataloge: Im Katalog Benedikt Herschl (um 1650, St. Georgenberg-Fiecht, Bibl., o. Sign.) möglicherweise eingetragen auf S. 212 als Item (Herbarius) in fol. m. MS (vgl. Bl. 215 Liber Medicinalis MS in 4 bis Nachtrag: in fine agit de veneni summendi suspicione). Im St. Georgenberg-Fiechter Handschriftenverzeichnis 1809 von P. Jakob Andexer (St. Georgenberg-Fiecht, Bibl., Hs. 127 [Ms. 14 bzw. 14a]) nicht verzeichnet. Im Inventar von Bachmann 1939, 94 unter Medicin als Traktate über Pflanzen und Medizin ca. 1432, Signatur MS 149 B IV 3 eingetragen. Im Handschriftenkatalog von Santer/Kramer 1978, 98–99 verzeichnet. Im Katalog Jeffrey/Yates 1985, 228–236, beschrieben unter der HMML-Projektnummer 28,786, Mikroverfilmung 1973.
FM
alle Initien
  I n i t i e n
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