Beschreibung ausdrucken  Permalink: https://manuscripta.at/?ID=39639 
Fiecht-St. Georgenberg, Benediktinerstift, Hs. 159 (Ms. 173)
RAIMUNDUS LULLUS
Papier   XIII, 252 Bl.   290 × 205   Italien (?), 15. Jh.
Literatur zur Handschrift (Anzahl: 6)

Lagen: (II–2)[II] + 1[III] + (VI–1)[XIII] + 21.VI252
Handschrift an den Rändern leicht fleckig und gewellt. Spuren von Insektenfraß, besonders in der ersten und letzten Lage sowie im Falzbereich. An der Längskante des Buchschnitts im oberen Bereich Tintenfleck sichtbar. Gegenblätter zu Bl. I–II fehlen (ohne Textverlust, Vorsatzblätter). Bl. I wohl ehemals VDS. Bl. III ursprünglich lose, im Zuge der Restaurierung 2025 gesichert, Gegenblatt fehlt. Bl. 252 wohl ehemals HDS. Pergamentfälze (geklebt) zur Verstärkung der Lagenmitte und um die einzelnen Lagen. Reklamanten. Zeitgenössische oder zeitnahe Tintenfoliierung im Interkolumnium der Kopfleiste Bl. 1–250, jüngere Bleistiftfoliierung Bl. I–XIII sowie Bl. 251–252.
Schrift: 2 verschiedene Schriften/Schreiber
Schrift 1(IIIra-XIIIrf (Register)) Schriftraum: 230 × 160    Spaltenzahl: 6    Zeilenzahl: 38-39   
Schriftart: Humanistica cursiva
Von Bleistiftlinien gerahmt.
Schrift 2(1ra-249rb (Textteil)) Schriftraum: 190/200 × 140    Spaltenzahl: 2    Zeilenzahl: 37-44   
Schriftart: Humanistica cursiva
Von Bleistiftlinien gerahmt. Zeilenanzahl, Zeilenabstand und Schriftgröße schwankend. Andere Hand wie Register. Marginalien von gleicher Hand, v.a. bis Bl. 49r Repräsentanten, in weiterer Folge vereinzelt Ergänzung ausgelassener Wörter. Zirkelstiche. Vereinzelt Maniculae. Bl. Ir–v und 250v–251r Einträge von mindestens zwei unterschiedlichen Händen.
Ausstattung: Rubriziert   

Einband: Entstehungsort unbestimmt (Italien?)     16. Jh.     Renaissance     Streicheisenlinien   Blindstempel        
Dunkelbraunes Leder über Holz mit Blinddruck. Buchdeckel schadhaft, durch Insektenfraß beeinträchtigt, Bünde gebrochen, Teil des Holzes am oberen Rand weggebrochen. Leder besonders im Bereich der Stehkanten und am Rücken (oberstes Feld) weggerissen, vereinzelt mit braunen Lederresten geflickt. Reste zweier Leder-Metall-Schließen. Am VD und HD je fünf kreisrunde Beschläge, am VD oben links nicht mehr erhalten. VD und HD gleich: zwei von mehrfachen Streicheisenlinien gebildete Rahmen, Mittelfeld mit zwei eingeschriebenen Rauten, ebenfalls von mehrfachen Streicheisenlinien gebildet. Äußerster Rahmen leer, innerer Rahmen: aus Einzelstempeln zusammengesetzte Leiste, stilisiertes Blattrankenmotiv in Quadrat (Nr. 1). Im Mittelfeld in Ecken Einzelstempel Karo, konkav (Nr. 2), im Rahmen der Raute Rollenstempel Flechtwerk mit Innenverzierung (Nr. 3), in den Spitzen der Raute Einzelstempel Blüte in gebrochener Form (Nr. 4). Am VD am oberen Rand Reste eines stark verblassten Titelschildchens aus Papier, Arbor sciencie. Darunter sechs Ziernägel eines anderen, ursprünglich vorhandenen Titelschildes. Rücken: Drei Doppelbünde. Kapitale mit Garn umstochen. Felder mit Rautenmuster aus dreifachen Streicheisenlinien. Im dritten Feld Signaturschildchen (siehe bei Geschichte). Bl. I und 252 wohl ursprünglich VDS bzw. HDS, heute gelöst. Innenseite der Deckel freiliegend. VDS: Signaturen und Klassifikationsvermerk (siehe bei Geschichte), HDS leer.


Raimundus Lullus-Werke in vier Handschriften in St. Georgenberg-Fiecht vorhanden, deren Provenienz aktuell nicht eindeutig geklärt ist. Neben Hs. 159 (Ms. 173) noch Hs. 41 (Ms. 77), Hs. 29 (Ms. 58) (für die ein Erwerb unter Kaspar Augsburger als wahrscheinlich angenommen wird) und Hs. 148 (Ms. 146). Bezüge zum und eine mögliche Herkunft aus dem italienischen Raum lassen sowohl Texttradition der in der Handschrift enthaltenen Abschrift der Arbor scientiae (vgl. Bidese/Fidora/Renner 2005, 293, der hier einen engen Zusammenhang mit Venedig, Biblioteca Nazionale Marciana, Lat. III. 118 [2477] sieht; Digitalisat/Verfilmung der Hs. einsehbar) als auch die Nachträge bzw. Notizen auf Bl. 250v–251 mit den Eigennamen Thomasis Barberinus, Johannes Patarenus, Antonius de Esculo, Jacobus de Barleeta, in valle gratis (Cosenza?), Venedig mit Kirchen S. Fosca, S. Severus, S. Marcus, S. Moyses vermuten.
Besitzhinweise und Signaturen: Bl. 1r am oberen Rand Besitzvermerk 17. Jh. in schwarzer Tinte 1652 Montis S. Georgii, Bl. IIIr und 249v jeweils am oberen Rand weiterer Besitzvermerk 17. Jh. in schwarzer Tinte Ad Bibliothecam Monasterii Montis S. Georgii 1659. Bl. Ir Signatur 19. Jh. IV,173. Am VDS Signatur mit Besitzvermerk 20. Jh. in blauer Tinte Hs. Stift Fiecht 173. Am Rücken Signaturschildchen 20. Jh. Hs. 173. VDS Klassifikationsvermerk in Bleistift 20. Jh. DK 03: 091 / HS 159.
Kataloge: Im Katalog Benedikt Herschl (um 1650, St. Georgenberg-Fiecht, Bibl., o. Sign.) eingetragen auf S. 58 als Raymundi Lulli arbor Scientiae MS in fol. m. Im Inventar von Bachmann 1939, 93 unter den Schriften theologisch-, philosophisch-, und religiösen Inhalts als Arbor sententiae Raymundi, Signatur Ms. 173 B IV 3 eingetragen. Im Handschriftenkatalog von Santer/Kramer 1978, 113 verzeichnet. Im Katalog Jeffery/Yates 1985, 266–267, beschrieben unter der HMML-Projektnummer 28,842, Mikroverfilmung 1973.
Bearbeitung und Digitalisierung: Universitäts- und Landesbibliothek Tirol, Projekt Manuscripta monastica 2024–2026 – Kulturerbe digital. Vorläufige Beschreibung: SW; Dateneingabe: FM, 03/2026
"Bidese/Fidora/Renner 2005", "Inventar von Bachmann", "Handschriftenkatalog von Santer/Kramer", "Jeffery/Yates 1985"
alle Initien
  I n i t i e n
   5