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Fiecht-St. Georgenberg, Benediktinerstift, Hs. 163 (Ms. 192)
TRACTATUS SUPER EPISTOLAS. NICOLAUS DE LYRA
Pergament und Papier   88 Bl.   305 × 195   Süddeutscher Raum (St. Georgenberg?), Wende 13./14. Jh.
Handschrift aus 2 Teilen zusammengesetzt: 1  (1-54); 2  (55-88)
Literatur zur Handschrift (Anzahl: 4)


Teil 11-54   Papier   
Lagen: V10 + (V–1)19 + V29 + IV37 + (II–1)40 + V50 + 2.I54
An den Rändern Verschmutzungen, Wasserflecken, Spuren von Insektenfraß. Gegenblätter zu Bl. 19 und 39 fehlen (ohne Textverlust). In den Lagenmitten unbeschriebene Pergamentfälze. Am Lagenende Kustoden in arabischen Ziffern. Kustoden für alle einzelnen Blätter jeder Lage ab Bl. 11, beginnend mit arabischen, dann wechselnd zu römischen Ziffern, teilweise beschnitten oder weggeschnitten.
Schrift:
Schriftraum: 245/250 × 150/160    Zeilenzahl: 45-55   
Schriftart: Frühgotische Minuskel – Marginalien
Von Tintenlinien gerahmt. Zirkelstiche. Schrift von wechselndem Duktus (zunehmend größer, dann wieder Bl. 39v in ursprünglichem Duktus fortgesetzt). Vereinzelt Marginalien und Hinweiszeichen von unterschiedlichen Händen. Im Kopfsteg von mindestens drei unterschiedlichen Händen Kapitelzählung (nur vereinzelt vorhanden) sowie Bibelstelle/Kürzel des jeweiligen Paulusbriefs, auf den sich Kommentar bezieht.
Ausstattung: Rubriziert   
Teil 255-88   Pergament   
Lagen: 4.IV86 + I88
Vereinzelt Löcher, Nahtspuren. Spuren von Insektenfraß. Reklamanten.
Schrift:
Schriftraum: 220 × 140    Zeilenzahl: 41   
Schriftart: Frühgotische Minuskel – Marginalien
Auf Bleistiftlinierung, von Bleistiftlinien gerahmt. Zirkelstiche. Vereinzelt Marginalien, zumeist Ergänzung ausgelassener Textstellen von Schreiberhand.
Ausstattung: Rubriziert   

Einband: Süddeutscher Raum (Augsburg oder St. Georgenberg?)     Ende 15. Jh.     Gotisch     Blindstempel        
Braunes Leder über Holz. Zu einer Gruppe von St. Georgenberger Einbänden aus derselben Werkstatt gehörig, ausführliche Beschreibung siehe St. Georgenberg-Fiecht, Bibl., Hs. 18 (Ms. 133), hier auch Anhang mit Übersicht über das Stempelmaterial. Holzdeckel stark von Insektenfraß beschädigt. Leder v. a. am Rücken eingerissen. VD: von dreifachen Streicheisenlinien gebildeter Rahmen, Mittelfeld von dreifachen Streicheisenlinien diagonal unterteilt. Felder gefüllt mit Einzelstempeln Eichelzweig mit Eichelblättern in Raute (Nr. 1 = EBDB s033846/w004549), Sechsblättrige Rosette mit zwei Blattkränzen und Zwischenblättern (Nr. 2 = EBDB s033848/w004549), Blatt gefiedert (Nr. 3 = EBDB s033881/w004549), verschlungener Bogen (Nr. 4 = vgl. EBDB s024308/w003016), fünfblättrige Blüte mit Zwischenblättern (Nr. 5). HD: von dreifachen Streicheisenlinien gebildeter Rahmen, Mittelfeld von dreifachen Streicheisenlinien diagonal unterteilt, mit eingeschriebener Raute. Felder jeweils gefüllt mit Einzelstempel Nr. 2. An VD und HD je fünf runde Messingbeschläge, am VD rechts unten fehlend. Leder-Metall-Schließe, am VD Fensterlager mit Gravur Maria, ebenso am Blech am Schließband. Am VD Rest eines Titelschildchens, Papier 15. Jh. [Glossa super] epistolas Pauli. Rücken: 3 Doppelbünde, im untersten Feld Reste einer weißen Markierung sichtbar. Innenseite der Deckel freiliegend, am VDS Signaturschildchen, Papier 20. Jh., Abklatsch und einzelne Reste eines in karolingischer Minuskel beschriebenen Fragments, ebenso am HDS. Vgl. Einband zu Hs. 132 (Ms. 216).


Ehemaliger VDS und HDS möglicherweise zu Gruppe der Alanus-Fragmente aus St. Georgenberg-Fiecht gehörig (heute London, British Museum, Cod. 18.301–18.350; Innsbruck, TLMF, FB 32.140 A–F; Stuttgart, WLB, Cod. Don. B III 17; Basel, UB, N I 1 Nr. 7). Das Alanus-Homiliar aus dem 8. Jh. war spätestens ab dem 15. Jh. nicht mehr vollständig und wurde als Makulatur verwendet (siehe hierzu Josef Riedmann, Unbekannte frühkarolingische Handschriftenfragmente in der Bibliothek des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. MIÖG 84 [1976] 262–289).
Besitzhinweise und Signaturen: Bl. 1r und 88v Besitzvermerk 17. Jh. in schwarzer Tinte Montis S Georgii 1652. Bl. 1r Signaturvermerk 19. Jh. in schwarzer Tinte IV,192. Mehrfach Signatur 20. Jh. 192: VDS am Signaturschildchen in blauer Tinte Stift Fiecht Hs 192, Bl. 1r Klassifikationsvermerk Bleistift DK 227.07: 091/HS 163.
Kataloge: Im St. Georgenberg-Fiechter Handschriftenverzeichnis 1809 von P. Jakob Andexer (St. Georgenberg-Fiecht, Bibl., Hs. 127 [Ms. 14 bzw. 14a]) auf Bl. 1r (für T. 2) als Eiusdem [Lyrani glossa] in epistola ad Hebraeos. Eodem membraceus, qui continetur in codice cartaceo infra nominando, fol. (in der weiteren Liste nicht eindeutig identifizierbar). Im Inventar von Bachmann 1939, 93 unter den Schriften theolog.- philosoph.- und religiösen Inhalts als Glossa super epistolas Pauli 14. Jh. Signatur MS 192 B IV 3 eingetragen. Im Handschriftenkatalog von Santer/Kramer 1978, 121 verzeichnet. Im Katalog Jeffery/Yates 1985, 279–280, beschrieben unter der HMML-Projektnummer 28,859, Mikroverfilmung 1973.
HS 03.26
"Inventar von Bachmann", "Handschriftenkatalog von Santer/Kramer", "Jeffery/Yates 1985"
alle Initien
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