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Fiecht-St. Georgenberg, Benediktinerstift, Hs. 25 (Ms. 60)
MELKER REFORMSTATUTEN
Papier   101 Bl.   Süddeutscher Raum, um 1465
Literatur zur Handschrift (Anzahl: 3)

Lagen: I2 + 8.V82 + (V–1)91 + V101
Papier fleckig, Bl. 99–101 gewellt (wohl durch frühere Verklebungen). Erste Lage nur mehr Doppelblatt vorhanden, lose, im Zuge der konservatorischen Sicherungsmaßnahmen 2025 eingefügt, ursprüngliche Zusammensetzung der Lage nicht mehr eruierbar. Gegenblatt zu Bl. 91 fehlt (ohne Textverlust). Pergamentfälze zur Verstärkung der Lagenmitte, teilweise in kleiner, sehr regelmäßiger Textualis beschrieben, auch in Fiecht-St. Georgenberg Hs. 36 (Ms. 184) und Hs. 125 (Ms. 15a). Reklamanten, teilweise beschnitten. Zwischen Bl. 18 und 19, 44 und 45, 62 und 63 Stoffreste eingelegt, zwischen Bl. 74 und 75 ursprünglich Ausschnitt (3 x 6 cm) aus einem Druck eingelegt: Sebastian Münster, Cosmographey oder beschreibung aller Länder, Herrschafften, fürnem[m]sten Stetten: geschichten, gebreuche[n], handtierungen etc. o. O. (VD 16 M 6699) eingelegt, nun in Kuvert beigelegt. Am oberen rechten Blattrand Foliierung in Bleistift, 20. Jh.
Schrift:
Schriftraum: 150-160 × 97-110    Zeilenzahl: 22   
Schriftart: Humanistica cursiva
Seitlich von Tintenlinien begrenzt. Bl. 1r von späterer Hand, ev. datiert 1619? . Pergamentfälze kleine, sehr regelmäßige Textualis 13./14. Jh.
Ausstattung: Rubriziert   

Einband: Süddeutscher Raum (Augsburg oder St. Georgenberg?)     4. Viertel 15. Jh.     Gotisch     Blindstempel        
Braunes Leder über Holz. Zu einer Gruppe von St. Georgenberger Einbänden aus derselben Werkstatt gehörig, ausführliche Beschreibung s. St. Georgenberg-Fiecht, Bibl., Hs. 18 (Ms. 133). Leder am Rücken oben und unten beschädigt. VD und HD gleich: zwei von dreifachen Streicheisenlinien gebildete Rahmen. Rahmen 1 gefüllt mit Einzelstempeln Laubwerk (Nr. 1), in den Ecken Blatt dreiteilig, gefiedert (Nr. 2 = EBDB s022848/w002883), Rahmen 2 gefüllt mit Schriftband Ave Maria (Nr. 3 = EBDB s024304/w003016) und verschlungener Bogen (Nr. 4 = EBDB s024308/w003016). Mittelfeld mit von dreifachen Streicheisenlinien gebildeter, eingeschriebener Raute sowie von dreifachen Streicheisenlinien diagonal unterteilt, Felder gefüllt mit Einzelstempeln Vierblatt mit Zwischenblättern (Nr. 5 = EBDB s024305/w003016), achtblättrige Rosette (Nr. 6 = EBDB s022853/w002883) und Blatt mehrteilig, mit gerader Mittelrispe (Nr. 7 = EBDB s022849/w002883). Je vier kreisrunde Eckbeschläge sowie ein kreisrunder Mittelbeschlag. Zwei Leder-Metall-Kurzriemenschließen, Haken und Lager mit Schrift-Ornamenten verziert. Rücken: vier Doppelbünde, Feld 4 mit Signaturschildchen (siehe bei Geschichte). VDS: Federproben, Titelschildchen, Signatur- und Klassifikationseintragungen siehe G. HDS: Federproben, Reste einer ausgeschnittenen Druckgrafik (möglicherweise Exlibris?), eingeklebt.


Abschrift vermutlich im Rahmen der Bemühungen unter Abt Kaspar Augsburger (1469–1491) erfolgt, die Melker Reform auch in St. Georgenberg einzuführen, um 1465. Überlieferung eines Briefs Kaspar Augsburgers an den Konvent von Tegernsee, datiert 1469 in München, BSB Clm. 19697 Bl. 180v–181v, in dem er berichtet, bereits viereinhalb Jahre die Melker Reformbestrebungen beobachtet zu haben und seine Statutenaufzeichnungen mit der Bitte um Kommentierung nach Tegernsee zu übermitteln. Weitere Abschriften der Melker Reformstatuten finden sich in Fiecht-St. Georgenberg Hs. 36 (Ms. 184) und Hs. 125 (Ms. 15a). Bl. 1r ev. datiert 1619; von gleicher Hand auch Besitzvermerk Bl. 3r.
Besitzhinweise und Signaturen: VDS Titelschildchen Papier, 15. Jh. E 7 (?) Statuta melicensium 4to. Bl. 3r Besitzvermerk 17. Jh. in schwarzer Tinte am oberen Rand Sum Monasterii Monasterii Montis S. Martiris Georgii 1619. Bl. 1r Signaturvermerk 19. Jh. in schwarzer Tinte am oberen Rand II, 60. VDS Besitz- und Signaturvermerk auf Signaturschildchen, Papier, in blauer Tinte 20. Jh. Bibl. Fiecht, Hs. 60. Rücken Signaturschildchen Papier 20. Jh. 60. VDS Datierung in Bleistift 20. Jh. post an. 1418, Klassifikationsvermerk in Bleistift 20. Jh. DK 264.16: 091 / HS 25.
Kataloge: Im Katalog Benedikt Herschl (um 1650, St. Georgenberg-Fiecht, Bibl., o. Sign.) eingetragen auf S. 279 als Melicensium et Tegernseensium Ceremoniae Monasticae MS in 4, darüber Ceremoniale. Im Inventar von Bachmann 1939, 96 unter den Ordensregel, Necrologe, Wallfahrts-, Bruderschafts und Conföderationsbücher, Visitationes, Sammlungsverzeichnisse und Klostergebräuche als Statuta Mellicensium 1419, Signatur MS 60 B IV 4 eingetragen. Im Handschriftenkatalog von Santer/Kramer 1978, 52 verzeichnet. Im Katalog Jeffrey/Yates 1985, 144, beschrieben unter der HMML-Projektnummer 28,833, Mikroverfilmung 1973.
Bearbeitung und Digitalisierung: Universitäts- und Landesbibliothek Tirol, Projekt Manuscripta monastica 2024–2026 – Kulturerbe digital. Vorläufige Beschreibung: SW; Dateneingabe: FM, 02/2026
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