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Fiecht-St. Georgenberg, Benediktinerstift, Hs. 36 (Ms. 184)
MELKER REFORMSTATUTEN
Papier   50, I* Bl.   210 × 160   Melk (?), 2. Hälfte 15. Jh.
Literatur zur Handschrift (Anzahl: 2)

Lagen: (I–1)1 + (V–1)10 + 4.V50 + (I–1)I*
Buchblock in Einband mit Vor- und Nachsatzblättern eingelegt. Papier teilweise fleckig, besonders an den Rändern. Bl. 1 = Vorsatzblatt, foliiert 1, Gegenblatt als VDS angebracht, auf der Verso-Seite ein schwach erkennbarer Abklatsch des Titelblatts eines Drucks vorhanden, was auf eine sekundäre Verwendung des Einbands schließen lässt (siehe E). Gegenblatt zu Bl. 10 fehlt, Bl. 10 lose, im Zuge der konservatorischen Sicherungsmaßnahmen 2025 eingefügt. Bl. I* = Nachsatzblatt, nicht foliiert, Gegenblatt als HDS angebracht. Pergamentfälze zur Verstärkung der Lagenmitte, teilweise in kleiner, sehr regelmäßiger Textualis 13./14. Jh. beschrieben, auch in Fiecht-St. Georgenberg Hs. 25 (Ms. 60) und Hs. 125 (Ms. 15a). Reklamanten. Am oberen rechten Blattrand Foliierung in Bleistift, 20. Jh.
Schrift:
Schriftraum: 165/167 × 115/120    Zeilenzahl: 28-42   
Schriftart: Bastarda – Marginalien
Von seitlichen Tintenlinien gerahmt. Zirkelstiche teilweise beschnitten. Schleifenlose Bastarda von einer Hand, wechselnder Duktus. Marginalien von unterschiedlichen Händen (Hinweiszeichen und Auslassungen). Pergamentfälze kleine, sehr regelmäßige Textualis 13./14. Jh.
Ausstattung: Rubriziert   

Einband: Innsbruck     18. Jh.     
Einfacher Ledereinband über Pappe. Sekundäre Verwendung des Einbandes. Ursprüngliche Verwendung des Einbandes für den Druck Anton Roschmann, Veldidena (…) Innsbruck 1744, vgl. Abklatsch am Gegenblatt des VDS (Bl. 1r). Der lose, für den Einband zu große Buchblock war wohl nur eingelegt und nicht eingebunden. Zudem finden sich am Rücken vier einfache Bünde, von schwarzen Bordüren gesäumt. Der Buchblock selbst hat nur zwei Bünde. Feld 4 Signaturschildchen, Papier, siehe G. VDS und HDS Papier, VDS Signatur– und Klassifikationseintragungen siehe G. HDS leer.


Eine Abschrift der Melker Reformstatuten findet sich in Fiecht-St. Georgenberg, Stiftsbibl., Hs. 25 (Ms. 60), dort mit Anhang zu Abweichungen in Tegernsee (Fassung der Statuten sowie Kapiteleinteilung übereinstimmend). Bemühungen um die Einführung der Melker Reform auch in St. Georgenberg (über Tegernsee) sind ab der Mitte des 15. Jh. dokumentiert (1453/54 Versuche auf Initiative des Nikolaus Cusanus, Versuche gefördert von Herzog Sigmund von Tirol unter den Äbten von St. Georgenberg Johannes von Freiberg (1451–1469) und v.a. Kaspar Augsburger (1469–1491)). Hs. 36 kam möglicherweise im 17. Jh. als Leihgabe aus Melk nach St. Georgenberg, vgl. Vermerk Bl. 2r (vgl. Peter Jeffery / Donald Yates, Descriptive Inventories of Manuscripts Microfilmed for the Hill Monastic Manuscript Library. Austrian Libraries, Vol. II: St. Georgenberg-Fiecht. Collegeville, Minnesota 1985, hier: 275).
Besitzhinweise und Signaturen: Bl. 2r Vermerk 17. Jh. in schwarzer Tinte am oberen Rand In usum Fratrum Montis Sancti Georgii. Bl. 2r Signaturvermerk 19. Jh. in schwarzer Tinte am unteren Rand IV, 184. VDS Besitz- und Signaturvermerk in blauer Tinte 20. Jh. Bibl. Fiecht, Hs. 184. Rücken Signaturschildchen Papier 20. Jh. 184. VDS Klassifikationsvermerk in Bleistift 20. Jh. DK 264.16: 091 / HS 36.
Kataloge: Im Katalog Benedikt Herschl (um 1650, St. Georgenberg-Fiecht, Bibl., o. Sign.) wohl eingetragen auf S. 279 als Melicensium et Tegernseensium Ceremoniae Monasticae MS in 4, darüber Ceremoniale. Im Inventar von Bachmann 1939, 94 unter den Schriften theologisch-, philosophisch-, und religiösen Inhalts als Tabula capitulorum 15. Jh., Signatur MS 184 B IV 4 eingetragen. Im Handschriftenkatalog von Santer/Kramer 1978, 117 verzeichnet. Im Katalog Jeffrey/Yates 1985, 275, beschrieben unter der HMML-Projektnummer 28,828/1, Mikroverfilmung 1973.
Bearbeitung und Digitalisierung: Universitäts- und Landesbibliothek Tirol, Projekt Manuscripta monastica 2024–2026 – Kulturerbe digital. Vorläufige Beschreibung: SW 05/2025; Dateneingabe: FM, 01/2026; Wasserzeichen: Maria Stieglecker, Feb. 2026
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