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Fiecht-St. Georgenberg, Benediktinerstift, Hs. 91 (Ms. 45)
SAMMELHANDSCHRIFT
Papier   16 Bl.   190 × 145   Tirol, 15. bis 16. Jh.
Handschrift aus 2 Teilen zusammengesetzt: 1  (1-11[12]); 2  (12[13]-15[16])
Literatur zur Handschrift (Anzahl: 5)

Bindung weitgehend gelöst, vereinzelt Bindfäden erhalten. Am oberen rechten Blattrand Bleistiftfoliierung 20. Jahrhundert.

Teil 11-11[12]   Papier   
Lagen: (V+1)10 + I11(12)
Gegenblatt zu Bl. 11 an Bl. 10 angeklebt, hier als Bl. 10' bezeichnet. Zwischen Bl. 1 und 2 eingelegtes Einzelblatt mit unabhängigem Textfragment, foliiert mit 2, in der Lagenformel nicht berücksichtigt (Beilage).
Schrift:
Schriftraum: 150 × 105   
Schriftart: Bastarda
Schriftraum: Bl. 1r–7r 150 × 105, danach wechselnd. Zeilenzahl wechselnd. Blindlinien nur Bl. 1r–7v beachtet. Mehrere Hände: 1) Bl. 1r–7v Bastarda Ende 15. Jh. 2) Bl. 7v Notula 16. Jh. 3) Bl. 8r–10r Notula 16. Jh. 4) Bl. 11r Bastarda 16. Jh.
Eingelegtes Blatt (mit 2 bezeichnet): Schriftraum: 145 × 100, von Bleistiftlinien gerahmt, 26 bzw. 27 Zeilen. Bastarda Ende 15. Jh.
Ausstattung: Rubriziert   Fleuronnéeinitiale(n)   
Teil 212[13]-15[16]   Papier   
Lagen: II15(16)
Papier leicht fleckig, Insektenfraß, am unteren Blattrand Mäusefraß. In der Mitte der Lage beschriebener Pergamentfalz.
Schrift:
Schriftraum: 150/160 × 115/120   
Schriftart: Kurrentschrift – Rhombische Notation
Teilweise von Bleistiftlinien gerahmt. Zeilenzahl wechselnd. Bl. 15r–v Vierliniensystem mit rhombischer Notation.
Ausstattung:
Bl. 12r Tabelle

Hs. enthält 2 Fragmente
BeilageBeilage   Papier   
Ein Einzelblatt. Im 20. Jh. fälschlich mit 2 foliiert, eigentliches Bl. 2 urspr. als 3, später korrigiert zu 2. Inhaltlich zur Summa de poenitentia am Beginn der Handschrift gehörig, aber Fragment eines anderen Textes
Falz   Pergament   
In der Mitte der letzten Lage (T. 2).

Einband: Fiecht     20. Jh.     Schmucklos        
Neuzeitlicher Einband: Violett-braunes Papier (wiederverwendeter Umschlag eines Schulheftes). Vorderseite: In schwarzer Tinte Signaturenvermerk (s. bei G). Hinterseite leer. Signaturenschildchen (s. bei G). Innenseite vorn Signaturenvermerke (s. bei G), hinten Namensschild des ehemaligen Besitzers des Schulheftes Nikolussi Rudolf.


Vorbesitzer der Handschrift war das Prämonstratenser Chorherrenstift Wilten. Zumindest T. I (Bl. 1–11) könnte von Abt Röggl aus der Fieger'schen Stiftung der Haller Pfarrkirche im Rahmen seiner Ankaufspolitik in den 1830/40er Jahren erworben worden sein, um die Verluste im Zuge der Büchersäkularisation zu kompensieren, vgl. Bl. 8r Indulgentie papales capelle beate Marie virginis in Hallis concesse. Bislang gibt es keine Belege, wie die Handschrift nach Fiecht gelangte. Möglicherweise war sie im Konvolut des Tauschhandels zwischen dem Wiltener Abt Röggl und dem Fiechter Abt Pockstaller 1842 (vgl. auch Fiecht, Ms 247, heute verschollen).
Besitzhinweise und Signaturen: Bl. 1r Signatur 19. Jh. I, 45. VDS Besitzvermerk in schwarzer Tinte und Bl. 1r von gleicher Hand Besitzvermerk in blauer Tinte 20. Jh. Bibl. Fiecht Hs. 45. VDS Klassifikationsvermerk in Bleistift 20. Jh. DK 265.6:091 / HS 91, zusätzlich DK 781:091. VD Signaturenvermerk in schwarzer Tinte 20. Jh. 45, am Rücken Signaturschild.
Kataloge: Im Inventar von Bachmann 1939, sowohl S. 94 unter den Schriften theologisch-, philosophisch-, und religiösen Inhalts als 3 Abhandlungen über Ablaß etc, Ibks pfarrl. Rechte in Wilten, Anleitung zur Musica (einzelne Blätter), Signatur MS 45 B IV 4, als auch S. 98 unter Musik als Anleitung zur Musika, einzelne Blätter 17. Jh ca, Signatur MS 45 B IV 4 eingetragen. Im Handschriftenkatalog von Santer/Kramer 1978, 46 verzeichnet. Im Katalog Jeffery/Yates 1985, 128–129, beschrieben unter der HMML-Projektnummer 28,841, Mikroverfilmung 1973.
Vorbesitzer: Wilten, Prämonstratenserstift
Bearbeitung und Digitalisierung: Universitäts- und Landesbibliothek Tirol, Projekt Manuscripta monastica 2024–2026 – Kulturerbe digital. Vorläufige Beschreibung: Claudia Schretter-Picker 04-2023, FM 10-2025 / Inhalt nach HMML (AP 08-2026); Dateneingabe: FM 10-2025, AP 08-2026
"Inventar von Bachmann", "Handschriftenkatalog von Santer/Kramer", "Jeffery/Yates 1985"
alle Initien
Teil 1
(1r-7v) Summa de poenitentia. Hier Henricus de Hassia (de Langenstein) zugeschrieben. Incipit wie München, BSB, Clm 27441, Clm 27374; Eichstätt, UB, Cod. St 715 u.ö. Auch Iohannes de Deo u.a. zugeschrieben. Explicit abweichend.
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1r Tit.: Tractatus de poenitentiis iniungendis magistri Hainrici de Hassia feliciter incipit.
Haereticus est pie recipiendus et debet quaeri quomodo perpetraverit ... — ... De pollutione nocturnali. Item qui in somnis polluit … unum die in pane et aqua etc.
(7v) Forma absolvendi. Nachtrag 1514.
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7v Tit.: Forma absolvendi pro habentibus indulgentiam plenariam a summo pontifice semel in vita et in mortis articulo 1514.
(8r-10r) Urkundenabschriften, lat. und dt. Betreffend die Marienkapelle in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Hall (Ablass).
(8r–v) Alexander VI.: Ablass mit Bezug zu Marienkapelle in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Hall in Tirol, 27.10.1495.
(9r) Melchior (von Meckau), Bischof von Brixen, bestätigt eine päpstliche Bulle bzgl. Marienkapelle in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Hall, dat. 1500. Zeuge: Wolfgang Praun.
(9v) Bestätigung der Urkunde von Alexander VI. von Bl. 8r–v durch den Brixner Bischof, dt.
(10r) Bestimmungen zum Ablass für die Pilger zur Marienkapelle, dt.
(10'v) Leer.
(10v-10'r) Blätter zusammengeklebt, Text nicht identifiziert.
(11r-v) Urkundenabschrift. Rechte des Stiftes Wilten in Innsbruck, dt.
(Beilage) Summa de poenitentia, Fragment.
Teil 2
(12r-15v) Musiktraktat, unvollständig (Ed.: Federhofer-Königs a.a.O. 178–181).