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Wien, Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), Cod. 2247
BENEDICTUS DE NURSIA. DAVID DE AUGUSTA
Olim: Lunael. o. 161, Rec. 3353    Pergament   I, 104, I* Bl.   110/115×90   Mondsee, um 1440/1450
Provenienz/Letztbesitzer: Mondsee OSB
Literatur zur Handschrift (Anzahl: 3)

Ausstattung: Illuminiert   Rubriziert   Fleuronnéeinitiale(n)   Figürlicher Buchschmuck   Federzeichnung(en)   
Schriftverzierungen und Randzeichnungen: einige verlängerte Oberlängen in der obersten Zeile (82v) und Unterlängen in der untersten Zeile, (46v) in einem bärtigem Kopf mit spitzem Hut auslaufend, mit dünner Feder gezeichnet (ähnlich, aber weniger aufwändig: 50r, 57v, 59v); (60r) Zeichnung einer bewegten Figur auf dem seitlichen Rand. – Zwei- bis vierzeilige rote Lombarden mit braunem (relativ dick gezeichnetem) Fleuronnée: das Ornament besteht vor allem aus Knospen- bzw. Perlenreihen und aus Profilgesichtern (z. B. 41v, 47r, 84v, 88r, 89r, 90r, 91v, 92v, 100rv, 102v); im zweiten Text zunehmend auch aus perlenbesetzten Fadenfortsätzen. Ob der Dekor von einem einzigen Zeichner stammt, ist unsicher. – (1r, 8r) von anderer Hand ("Hauptflorator") die beiden neun- bzw. sechszeiligen roten Lombarden mit aufwändigerem braunem Knospenfleuronnée: vor allem großkopfige Knospen, teilweise in Medaillons eingeschrieben; Besatz aus kleinen Perlen. – Beide Ausstattungsvarianten kommen auch in Wien, ÖNB, Cod. 2248 vor; zum "Hauptflorator" siehe bei Cod. 1823. Im Cod. 2247 nähert sich der Florator bereits dem Mondseer Florator 3 ("FL 3") an. Während die schnabelförmig an Dreiecke angepassten Knospen in Cod. 2248 später nur noch vereinzelt auftreten (z. B. Cod. 928, 97r), entsprechen die Knospenformen und die charakteristisch miteinander verbundenen Medaillons in Cod. 2247 schon dem Standardrepertoire von "FL 3" (vgl. z. B. Cod. 3813, 288v). Auch der Besatz aus unterbrochenen Perlenreihen kommt bei "FL 3" vor (vgl. z. B. Cod. 3666, 296r). Zu den Mondseer Floratoren siehe MeSch VI, Einleitung Mondsee.

Einband: Mondsee     16. Jh.     Rolle        
Holter 1984, 57 (505), Rolle R1.


Vorbesitzer 1: Mondsee, Benediktinerkloster St. Michael (748-1791), um 1440/1450
(HDS) Vermerk des 16. Jahrhunderts: Fr[ater] Anthonius Hornulanus Augustannus [!] nunc temporis in loco monnasterio [!] Lunaelacensis. – (48v) beschnittener Eintrag: Steffanus Matt [?] 1559, (1r) SM. – In der Mantissa Chronici Lunaelacensis (Katalog von 1749) auf S. 386 angeführt.
Vorbesitzer 2: Wien, Hofbibliothek, Ende 18. Jh.
Martin Roland (Forschungsstand 2015, MeSch VI, Kurzbeschreibung; Redaktion Katharina Hranitzky 2022 [IN BEARBEITUNG])
"MeSch VI", "Holter 1984", "Mantissa Chronici Lunaelacensis", "PL", "CSEL", "CPL", "Gartner 1962", "Bloomfield"
alle Initien
(Nr. 1) Benedictus de Nursia Regula (PL 66, 215-932; CSEL 75; CPL 1852; Gartner 1962, 36).
(Nr. 2) David de Augusta OFM Formula novitiorum (Bloomfield, Nr. 1524 und Nr. 4155).